Mapping Smart Grid Activities in Germany

20. Februar 2013

Germany’s energy transition means much more than just a switch to renewable sources: it is a comprehensive technical, economic and socio-cultural paradigm shift of the entire energy system. Not only will primary energy carriers will be replaced, but the entire system of production, transport, distribution and use will undergo a fundamental transformation over a short period of time. In the future, electricity will no longer be transported in a single direction – from several large fossil or nuclear power plants to consumers – but rather, as renewables come to represent an ever increasing share of the total power supply, a multi-directional flow will develop and connect an untold number of new market players.

Information and communications technology (ICT) will be essential to manage the resulting complexity. In the last twenty years, ICT has transformed all industry sectors. In the power sector, which is characterized by long investments cycles, information technologies has taken a long time to significantly take hold. It is only in the last seven years that Europe has seen noticeable progress towards a “smart grid” – a power grid that consistently and systematically integrates ICT.

Germany’s switch to a renewable energy economy will not succeed without smart grid technologies. They play an essential part in the Energiewende towards an electricity supply system based on high energy efficiency and changing renewable energy supplies. Upgrading the grid is the most urgent task, but restructuring it has to follow suit.

Download  my report Mapping Smart Grid Activities in Germany and learn more.

Schlau vernetzt

1. März 2012

(Dieser Artikel erschien zuerst am 13. Februar auf Vorwärts-online.)
Die Technik für die Energiewende ist da. Ihre Umsetzung aber bleibt eine große Herausforderung für die Politik. Vor allem in den Kommunen wird sich entscheiden, wie Deutschland ins erneuerbare Zeitalter startet.

Chaos an einer indischen Umspannstation

Chaos an einer indischen Umspannstation. Foto: Jörg Haas

Energie-Guru Hermann Scheer hätte sich vergangene Woche auf dem traditionellen Branchentreff der Energiewirtschaft in Essen die Augen gewischt. Viele der 580 Aussteller auf der „E-World 2012“ präsentierten sich in ganz ungewohnt erneuerbaren Tönen. Trotz hitziger Debatten über das Top-Aufregerthema Solarstromförderung war der Trend unübersehbar: Dem Strom aus sanften Energien gehört die Zukunft. Die IT-Industrie bietet die notwendigen anwendungsreifen Lösungen. Das wird nicht nur die Stromerzeugung, sondern das gesamte System erheblich verändern. Den ganzen Beitrag lesen »

Interview with Girish Sant (Prayas Energy Group, India)

4. Februar 2012

Girish Sant, founder of Prayas Energy Group (Pune, India), was one of the finest experts on energy and climate issues that I have met in my life. He passed away on 2 February 2012, after a heart attack. He was one of the very rare people that combine deep expertise, and incorruptible judgment with passion for the cause and a fine, gentle personality.

I feel privileged to have met Girish. Even as we have only met a few, relatively short times I immediately felt that we were some kindred spirits.

He gave this video interview to my partner Marian during his stay in Durban in December 2012. It was the last time I have seen him before the terrible news about his passing away reached us. Marian and I feel that we owe it to Girish and his friends worldwide to make this interview available.

Girish’s untimely death leaves a deep hole in the community of climate and energy experts in India, and internationally.

 

Auch harte Männer lieben sanfte Autos

17. Januar 2012

Rutger Hauer, holländischer Hollywoodhaudegen und dem Kultkinoliebhaber als Replikant aus “Bladerunner” bekannt, testet in seiner Heimatstadt Amsterdam das Teslafahrgefühl.

Fazit: ” herrlich sanft”.

Das Video wurde von der Filmfirma Yune für die ambitionierte Kampagne “Amsterdam elektrisch” erstellt. Denn die Grachtenstadt hat das ehrgeizige Ziel bis 2040 völlig auf Elektroautos umzusatteln. Damit das Projekt richtig startet, hat die Stadtverwaltung schon mal  8,6, Millionen Euro bis 2015 reserviert. Aus diesem Topf erhalten Betriebe eine Anschubfinanzierung, die ihren Fuhrpark elektrisch modernisieren, allen voran Taxis und Kurier-/Transportunternehmen. Außerdem richtet Amsterdam Aufladestationen ein und geht gleichzeitig bei der Ausmusterung von benzin- und dieselgetriebenen Fahrzeugen mit gutem Beispiel voran.

Audi Urban Future Summit – Zukunft mit Schleudergefahr?

13. September 2011

AudiQ7: Fahrzeugtechnik für die autogerechte Stadt von gestern (Bildquelle: Audi Media Services)

AudiQ7: Fahrzeugtechnik für die autogerechte Stadt von gestern (Bildquelle: Audi Media Services)

Die ökologische Idee der Suffizienz ist für die Autoindustrie ein rotes Tuch. Unter Genügsamkeit versteht man in der Branche die Einschränkung individueller Bedürfnisbefriedigung – also das Gegenteil all der Lüste, die auf vier Rädern so richtig Spaß machen. Für VW-Chef Martin Winterkorn bot die opulente Eröffnung der IAA 2011 deshalb einen willkommenen Anlass, um dem „Verzichtsauto“ wieder einmal eine Absage erteilen zu können. Und auch beim „Audi Urban Future Summit“ am Vortag der Messe kam das Thema zur Sprache. Indes, die Trendoffensive der Ingolstädter Autobauer machte nicht bei den bekannten Feindbildern und Wunschvorstellungen Halt, sondern überraschte mit einigen unkonventionellen Vorstellungen, die durchaus „postfossiles“ Potenzial enthalten. Den ganzen Beitrag lesen »

Biševo – Urlaub im Ökoparadies

9. September 2011

Bucht von Salbunara

Bucht von Salbunara auf Biševo

Was ist Dir im Leben wichtig? So fragt man, wenn schwierige Entscheidungen anstehen. An die grundlegenden Dinge im Leben wird man aber ab und zu auch durch eine ungewöhnliche Erfahrung erinnert. Ich hatte das große Glück, während einer Bildungsveranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung auf der kroatischen Insel Vis das benachbarte  Eiland Biševo kennen zu lernen. Weit draußen in der Adria vor der dalmatinischen Küste liegt dieses knapp sechs Quadratkilmometer große Kleinod, das für seine “Blaue Grotte” gerühmt wird. Dass darüber hinaus die versteckte Salbunara-Bucht auf der dem offenen Meer zugewandten Inselseite mit einem avantgardistisches Tourismusangebot aufwartet, hat aber noch kaum jemand entdeckt. Hier kann man hoch am Hang in fünf sogenannten Öko-Unterkünften (Eco-Shelters) ein CO2-befreites Leben ausprobieren. Und hautnah spüren, was für den Menschen wirklich wichtig ist.
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Ein Hauch von Nichts – zumindest akustisch

8. September 2011

Die internationale Automobilausstellung in Frankfurt öffnet demnächst ihre Pforten. Zeit um sich vorher schon mal auf ein neues Fahrgefühl einzustellen.


Das Elektro-Auto from Marian Postfossil on Vimeo.

Und? Wie Sie hören, hören sie nichts. Oder fast nichts, nur das Rollengeräusch der Räder auf dem Asphalt.

Nun scheint die Lust am Krach ja mit dem Alter abzunehmen. Während das leise Surren der neuen Elektrofahrzeuge dem nicht mehr so jungen, stressgeplagten Großstädter wie ein unerwartet frischer Windhauch vorkommt, scheint den Kids gerade das Geknatter getunter Roller den größten Spaß zu machen. Noch lässt sich nicht absehen, ob Sounddesigner zukünftig die frühkindliche Lust am “Brumm-Brumm-Brumm” in mobile Klangkaskaden übersetzen werden. Oder ob sich das Gör von Nebenan beim Anlassen seines elektrischen Tuktuk mit Deathmetal-Gedröhn bemerkbar machen wird. Vielleicht werden wir später sagen, Klingeltöne waren erst der Anfang. Vielleicht wird es aber auch ein akustisches Umweltschutzgesetz geben.
Im Moment jedoch flitzen die neuen E-Autos wie Pfeile am verdutzten Passanten vorbei.
Die Deutsche Bahn bietet ihren Bahncard-Kunden mit dem carscharing-System “flinkster” die Möglichkeit, ohne Anmeldegebühr stundenweise Autos zu mieten, darunter auch Elektroautos. Warum also nicht mal Early-Adopter spielen und einfach ausprobieren, was dran ist am neuen Fahrgefühl. Wenn man sich durch die Anmelderoutinen erst einmal hindurch gekämpft hat, folgt die große Überraschung. Das Vehikel gleitet so schnell und elegant durch die Gegend, dass sogar eine Autopragmatikerin wie ich poetische Gefühle bekommt. Das leise Surren im Innern übertrifft das Fahrgeräusch der elegantesten Karosse in der Welt – und man bekommt einen Vorgeschmack davon, wie das postfossile Leben aussehen könnte. Sanft, ästetisch, kreativ, wenn es sein muss schnell und – leise wie ein Windhauch.

Ungefähr 1 Jahr später

Desertec statt Laufzeitverlängerung ?!

26. September 2010

Am 16. Juni 2009, also jenem Tag, als die Süddeutsche Zeitung die überraschende Meldung vom Wüstenstromprojekt “Desertec” in der medialen Welt verbreitete, schrieb ich untenstehenden Blogeintrag, ohne ihn zu veröffentlichen. Nachrichten von gestern aus einer anderen Zukunft, die wir in den nächsten Jahren erst wieder einholen müssen – entweder, in dem die AKW-Laufzeitverlängerungen doch noch verfassungsgerichtlich verhindert oder sehr schnell wieder rückgängig gemacht werden.

Blogeintrag vom 16.Juni 2009
Die Meldung in der SZ war eine kleine Sensation: „Deutsche Konzerne planen in Afrika riesige Öko-Kraftwerke“. Schon seit Jahren existiert das Projekt vom Strom aus der Wüste, das nebenbei auch noch Meerwasserentsalzung und Wirtschaftsaufschwung im MENA-Gürtel möglich macht. Es hatte den Status einer schillerenden Öko-Utopie aus dem Club-of-Rome-Umfeld. Aber im Lauf dieses Jahres mehrten sich die Anzeichen, das aus der „spinnerten Idee“ Ernst werden könnte. Erst im letzten Monat veröffentlichte Greenpeace eine Studie, die die finanzielle und technische Machbarkeit gut nachlesbar demonstrierte. Dies rief prompt eine reservierte TAZ auf den Plan, die im Rückgriff auf alte Animositäten Hermann Scheer zitierte: „reine Zukunftsmusik“. 34 (!) überwiegend positive Leserkommentare zu diesem Artikel machten aber doch ein Hoffnungspotential auf einen Hebel spürbar, der die gegenwärtige Energiedebatte neu auslenken könnte.

Und jetzt der heutige Knaller. Drei Jahre lang wollen Konzerne wie Siemens, RWE und die Deutsche Bank untersuchen, ob es sich lohnt 400 Milliarden auszugeben für ein Großprojekt, das 15% des europäischen Strombedarfs decken könnte. Brisant daran ist mehrerlei. Sollten Großunternehmen zu einem positiven Ergebnis kommen, dann erübrigt sich die Debatte um Atomkraft. Denn Investitionen in eine ständig den Kosten- und Planungshorizont sprengende Technologie mit unübersehbaren (Folge-)Risiken wären nicht einzusehen, wenn eine Alternativtechnologie ohne all diese Risiken zu haben wäre.
Im Gegensatz zum Strom aus Solarzellen ermöglicht der Strom aus Sonnenkollektoren nämlich die Bereitstellung der sogenannten Grundlast – also jenes Stromangebot, das als Minimum immer zur Verfügung gestellt werden muss. Das heißt, dass die auf fossile Technologie geeichten Energieriesen wie RWE sich auf einen neuen Pfad machen würden: den solaren. Das heißt natürlich auch, dass dieser Pfad plötzlich nicht mehr beschränkt wäre auf politisch korrekte dezentrale Stromszenarien.

Spannend an der Geschichte finde ich, dass die heutige Meldung federführend von der Rückversicherungsgesellschaft Münchner Rück lanciert wurde. Aus einer übergeordneten Risikobewertungs-Perspektive erscheint es ökonomisch sinnvoll, sich für eine Technologie zu öffnen, die vor allem eines verspricht: keine unabsehbaren Folgeschäden. Damit verkörpert die Münchner Rück eine neue Rationale des wirtschaftlichen Handelns: die Logik des Klimawandels ist hier tatsächlich angekommen. Im Resultat wird es Neupositionierungen geben: auf der Ebene von Geschäftsmodellen, aber natürlich auch auf der Ebene von Einstellungen. Denn natürlich war die Utopie vom Sonnenstrom eigentlich eine, die Unabhängigkeit von den herrschenden Machtkartellen versprach. Nur: wenn das Zeitfenster der Handlungsmöglichkeiten im Kampf gegen den Klimawandel so knapp ist, wie die Wissenschaft deutlich macht, bedarf es schneller Lösungen. Die werden sich ohne die etablierte Energiewirtschaft nicht durchsetzen lassen.

Mit dem Wüstenstromprojekt hätten die großen Stromversorger ein passendes Spielzeug, das ihnen den Einstieg in eine neue Epoche und ein neues mentales Modell ermöglicht. Eine Transformation könnte damit eingeleitet werden – ohne dass man gleichzeitig auf dezentrale Optionen verzichtet. Denn um tatsächlich bis 2050 den Umstieg auf 100% CO2-freie Stromproduktion zu schaffen, müssen alle Möglichkeiten zum Einsatz kommen.
In der Kombination mit dezentral und lokal erzeugter Energie scheint mir aber ein Wüstenstromprojekt allenthalben attraktiver als Großanlagen zur Abscheidung und Speicherung (CCS) von CO2, die ja auch in der Diskussion sind. Das CCS-Gesetz, das auf Betreiben von Vatttenfall etc. ohne jede gesellschaftliche Diskussion durchgepeitscht werden sollte, wurde ebenfalls heute erstmal gekippt. D.h. die zukünftige Stromversorgung Deutschlands und Europas kann ab jetzt neu ausgehandelt werden.

Eine “vollkommen erlaubte” Diskussion

24. August 2010

Am Wochenende vom 21./22.8. erschien in den großen Zeitungen Deutschlands, darunter SZ, BILD, FAZ und FR eine ganzseitige Anzeige mit dem Titel „Energiepolitischer Appell“, der von der Bundesregierung eine industriefreundliche Atom- und Kohlepolitik einfordert. Das Inserat ist von 40 Männern unterschrieben, Persönlichkeiten der 50Plus-Generationen aus Wirtschaft und Politik. (Nur einer ist deutlich jünger und fällt auch sonst aus dem Rahmen: Oliver Bierhoff, Sportmanager). Die vorher informierte Kanzlerin Angela Merkel verlautbarte über ihren neuen Regierungssprecher Steffen Seibert, dass sie die Aktion als „vollkommen erlaubten Diskussionsbeitrag“ verstanden wissen wolle.

Die deutsche Presse reagierte auf die Anzeige dagegen wenig amüsiert. Zwar ließ sich es sich die FAZ noch am Freitag nicht nehmen, Hofberichterstattung für RWE-Vorstandschef Grossmann zu machen, aber schon am Sonntag hieß es auch in Deutschlands konservativem Leitmedium: „Fehlschuss der Atomlobby“.
Was war geschehen? Den ganzen Beitrag lesen »

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