Monatsarchiv für September 2011

Audi Urban Future Summit – Zukunft mit Schleudergefahr?

13. September 2011

AudiQ7: Fahrzeugtechnik für die autogerechte Stadt von gestern (Bildquelle: Audi Media Services)

AudiQ7: Fahrzeugtechnik für die autogerechte Stadt von gestern (Bildquelle: Audi Media Services)

Die ökologische Idee der Suffizienz ist für die Autoindustrie ein rotes Tuch. Unter Genügsamkeit versteht man in der Branche die Einschränkung individueller Bedürfnisbefriedigung – also das Gegenteil all der Lüste, die auf vier Rädern so richtig Spaß machen. Für VW-Chef Martin Winterkorn bot die opulente Eröffnung der IAA 2011 deshalb einen willkommenen Anlass, um dem „Verzichtsauto“ wieder einmal eine Absage erteilen zu können. Und auch beim „Audi Urban Future Summit“ am Vortag der Messe kam das Thema zur Sprache. Indes, die Trendoffensive der Ingolstädter Autobauer machte nicht bei den bekannten Feindbildern und Wunschvorstellungen Halt, sondern überraschte mit einigen unkonventionellen Vorstellungen, die durchaus „postfossiles“ Potenzial enthalten. Den ganzen Beitrag lesen »

Biševo – Urlaub im Ökoparadies

9. September 2011

Bucht von Salbunara

Bucht von Salbunara auf Biševo

Was ist Dir im Leben wichtig? So fragt man, wenn schwierige Entscheidungen anstehen. An die grundlegenden Dinge im Leben wird man aber ab und zu auch durch eine ungewöhnliche Erfahrung erinnert. Ich hatte das große Glück, während einer Bildungsveranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung auf der kroatischen Insel Vis das benachbarte  Eiland Biševo kennen zu lernen. Weit draußen in der Adria vor der dalmatinischen Küste liegt dieses knapp sechs Quadratkilmometer große Kleinod, das für seine “Blaue Grotte” gerühmt wird. Dass darüber hinaus die versteckte Salbunara-Bucht auf der dem offenen Meer zugewandten Inselseite mit einem avantgardistisches Tourismusangebot aufwartet, hat aber noch kaum jemand entdeckt. Hier kann man hoch am Hang in fünf sogenannten Öko-Unterkünften (Eco-Shelters) ein CO2-befreites Leben ausprobieren. Und hautnah spüren, was für den Menschen wirklich wichtig ist.
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Ein Hauch von Nichts – zumindest akustisch

8. September 2011

Die internationale Automobilausstellung in Frankfurt öffnet demnächst ihre Pforten. Zeit um sich vorher schon mal auf ein neues Fahrgefühl einzustellen.


Das Elektro-Auto from Marian Postfossil on Vimeo.

Und? Wie Sie hören, hören sie nichts. Oder fast nichts, nur das Rollengeräusch der Räder auf dem Asphalt.

Nun scheint die Lust am Krach ja mit dem Alter abzunehmen. Während das leise Surren der neuen Elektrofahrzeuge dem nicht mehr so jungen, stressgeplagten Großstädter wie ein unerwartet frischer Windhauch vorkommt, scheint den Kids gerade das Geknatter getunter Roller den größten Spaß zu machen. Noch lässt sich nicht absehen, ob Sounddesigner zukünftig die frühkindliche Lust am “Brumm-Brumm-Brumm” in mobile Klangkaskaden übersetzen werden. Oder ob sich das Gör von Nebenan beim Anlassen seines elektrischen Tuktuk mit Deathmetal-Gedröhn bemerkbar machen wird. Vielleicht werden wir später sagen, Klingeltöne waren erst der Anfang. Vielleicht wird es aber auch ein akustisches Umweltschutzgesetz geben.
Im Moment jedoch flitzen die neuen E-Autos wie Pfeile am verdutzten Passanten vorbei.
Die Deutsche Bahn bietet ihren Bahncard-Kunden mit dem carscharing-System “flinkster” die Möglichkeit, ohne Anmeldegebühr stundenweise Autos zu mieten, darunter auch Elektroautos. Warum also nicht mal Early-Adopter spielen und einfach ausprobieren, was dran ist am neuen Fahrgefühl. Wenn man sich durch die Anmelderoutinen erst einmal hindurch gekämpft hat, folgt die große Überraschung. Das Vehikel gleitet so schnell und elegant durch die Gegend, dass sogar eine Autopragmatikerin wie ich poetische Gefühle bekommt. Das leise Surren im Innern übertrifft das Fahrgeräusch der elegantesten Karosse in der Welt – und man bekommt einen Vorgeschmack davon, wie das postfossile Leben aussehen könnte. Sanft, ästetisch, kreativ, wenn es sein muss schnell und – leise wie ein Windhauch.

Ungefähr 1 Jahr später